Wie bereite ich mich auf ein Fotoshooting vor?

Ein gutes Fotoshooting beginnt lange vor dem ersten Auslösen der Kamera. Das bedeutet jedoch nicht, dass du posieren können, dich mit Fotografie auskennen oder dich eine Woche lang wie auf einen großen Auftritt vorbereiten musst.

Wichtig sind vor allem einige einfache Dinge, die dabei helfen, die gemeinsame Zeit sinnvoll zu nutzen und sich während des Shootings wirklich auf die Bilder zu konzentrieren.

Überlege dir, welche Bilder du dir wünschst

Du musst nicht mit einem fertigen Konzept zum Shooting kommen. Es hilft aber, sich vorher zu überlegen, welche Wirkung und welche Stimmung du dir für die Bilder wünschst.

Sollen die Fotos klassisch, elegant, rau, natürlich, sinnlich, künstlerisch, modisch, ruhig oder vielleicht etwas ungewöhnlicher und experimenteller wirken?

Du kannst mir vorab einige Referenzbilder, gespeicherte Aufnahmen oder einfach ein paar Stichworte zur gewünschten Stimmung schicken.

Inspirationen verstehen wir als Richtung, nicht als Vorlage zum Kopieren. Ein Shooting sollte unsere gemeinsame Arbeit widerspiegeln und keine Rekonstruktion eines Bildes sein, das irgendwo im Internet gefunden wurde.

Wenn du noch keine konkrete Idee hast, ist das ebenfalls völlig in Ordnung. Wir können das Konzept gemeinsam entwickeln.

Kleidung – lieber etwas mehr Auswahl mitbringen

Wenn es zum Charakter des Shootings passt, ist es sinnvoll, mehrere unterschiedliche Kleidungsstücke mitzubringen.

Es müssen keine komplett fertigen Outfits sein. Oft sind einzelne Teile sogar hilfreicher, weil wir sie miteinander kombinieren können: Blazer, Hemd, schlichtes T-Shirt, Kleid, Jeans, besondere Jacke, Unterwäsche, Accessoires oder Schuhe.

Kleidung ohne große Logos, auffällige Schriftzüge oder sehr dominante Muster funktioniert häufig besonders gut – außer diese Elemente sind bewusst Teil des Konzepts.

Die wichtigste Regel ist einfach: Die Kleidung sollte zu dir und zum Charakter der Bilder passen.

Wenn du unsicher bist, kannst du mir vorher Fotos von verschiedenen Möglichkeiten schicken.

Kleidung vorher vorbereiten

Überprüfe vor dem Shooting, ob deine Kleidung sauber, vollständig und gegebenenfalls gebügelt ist.

Auf Fotos fallen kleine Details oft stärker auf als im Spiegel. Ein zerknittertes Hemd, Tierhaare auf schwarzer Kleidung oder ein fehlender Knopf können unnötig vom Bild ablenken.

Wenn wir während des Shootings verschiedene Outfits verwenden, lohnt es sich außerdem, an passende Unterwäsche zu denken.

Am Tag vor dem Shooting keine Experimente

Der Tag vor dem Shooting ist nicht der beste Zeitpunkt für neue Kosmetikprodukte, aggressive Peelings, intensive Haarentfernung, den ersten Termin bei einem neuen Friseur oder eine radikale Veränderung der Haarfarbe.

Wenn solche Behandlungen für dich Routine sind und du genau weißt, wie deine Haut darauf reagiert, ist das natürlich etwas anderes.

Es geht vor allem darum, Überraschungen zu vermeiden.

Leichte Hautunreinheiten oder kleine Rötungen sind normalerweise kein Problem. Schwieriger sind frische Hautreizungen, allergische Reaktionen oder eine Frisur, mit der du dich selbst unwohl fühlst.

Haut und Gesicht

Du musst nicht perfekt aussehen. Das ist keine Voraussetzung für gute Fotografie.

Am Tag des Shootings reicht die normale Pflege, an die deine Haut gewöhnt ist.

Es hilft, ausreichend zu trinken und am Vorabend nicht zu viel Alkohol zu konsumieren, besonders wenn du weißt, dass sich das bei dir auf Haut oder Augen auswirkt.

Versuche außerdem nicht, jede kleine Unregelmäßigkeit zwanghaft zu verstecken. Kleinere Dinge kann ich bei Bedarf später in der Bildbearbeitung korrigieren.

Make-up

Wenn du dein Make-up selbst machst, sollte es vor allem so aussehen, dass du dich damit wohlfühlst.

Stärkeres Make-up bedeutet in der Fotografie nicht automatisch ein besseres Ergebnis.

Wenn du einen sehr konkreten Beauty-Look, Fashion-Look oder eine aufwendigere Inszenierung möchtest, können wir vorher klären, ob die Zusammenarbeit mit einer Visagistin sinnvoll ist.

Wenn wir während des Shootings mehrere unterschiedliche Looks fotografieren, lohnt es sich, ein paar grundlegende Kosmetikprodukte für kleine Korrekturen mitzunehmen.

Haare

Bereite deine Haare am besten so vor, wie du es normalerweise machst, sofern wir nicht vorher eine konkrete Frisur oder ein Styling vereinbart haben.

Bring einen Kamm oder eine Bürste und eventuell die Produkte mit, die du auch sonst für kleine Korrekturen benutzt.

Wenn du einen Friseurtermin planst, ist es meist sicherer, ihn einige Tage vor dem Shooting einzuplanen und nicht wenige Stunden davor.

Hände und Nägel

Hände tauchen sehr häufig im Bild auf – selbst bei klassischen Porträts.

Das bedeutet nicht, dass ein professionelles Maniküreprogramm notwendig ist.

Es reicht, wenn deine Nägel so gepflegt sind, dass du dich damit wohlfühlst. Wenn du Nagellack trägst, überprüfe am besten vorher, ob er nicht stark abgesplittert ist.

Das gilt selbstverständlich auch für Männer. Hände gehören genauso zum Bild wie Gesicht, Kleidung oder Körperhaltung.

Schlaf dich aus

Das klingt banal, gehört aber zu den effektivsten Vorbereitungen auf ein Shooting.

Es geht dabei nicht nur um Haut oder Augen. Müdigkeit beeinflusst auch Konzentration, Geduld und die Arbeit vor der Kamera.

Wenn möglich, solltest du ein Shooting nicht direkt nach einer schlaflosen Nacht, einer langen Reise oder einem besonders anstrengenden Tag planen.

Iss vorher etwas

Komm nicht hungrig zum Shooting, nur weil du glaubst, dadurch etwas schlanker auszusehen.

Hunger wirkt sich sehr schnell auf Energie, Stimmung und Konzentration aus.

Eine leichte Mahlzeit vor dem Shooting ist deutlich sinnvoller.

Bei längeren Shootings kannst du außerdem Wasser und einen kleinen Snack mitbringen.

Sei pünktlich – aber nicht eine halbe Stunde zu früh

Ein paar Minuten Reserve sind sinnvoll.

Sehr viel früher zu kommen bringt meistens keinen Vorteil, besonders wenn wir in einem gemieteten Studio arbeiten oder vor deinem Termin noch ein anderes Shooting stattfindet.

Wenn du dich verspätest, gib mir einfach kurz Bescheid.

Das ist deutlich besser, als wenn ich nicht weiß, ob du drei Minuten entfernt bist oder den Termin komplett vergessen hast.

Du musst nicht posieren können

Eine der häufigsten Sorgen vor einem ersten Shooting lautet: „Ich kann nicht posieren.“

Das ist völlig in Ordnung.

Posieren ist keine Fähigkeit, die ich von dir voraussetze.

Während des Shootings helfe ich dir mit Körperhaltung, Händen, Gesicht und Bewegung.

Oft arbeiten wir nicht mit starren Posen, sondern mit kleinen Bewegungen, Positionswechseln und Korrekturen.

Am Anfang fühlst du dich vielleicht etwas steif. Das ist normal.

Nach einigen Minuten wird die Kamera für die meisten Menschen deutlich weniger wichtig.

Sag mir, was du nicht magst

Wenn es etwas gibt, das du auf den Bildern ausdrücklich nicht möchtest, sag mir das am besten vorher.

Vielleicht magst du ein bestimmtes Profil nicht, möchtest eine Narbe nicht zeigen, wünschst dir bestimmte Bildausschnitte oder möchtest gerade nicht, dass ein bestimmter Körperbereich besonders betont wird.

Das bedeutet nicht, dass jede Sache, die wir an uns selbst kritisch sehen, objektiv schlecht aussieht.

Aber wenn ich deine Grenzen kenne, kann ich bewusster arbeiten.

Sag mir auch, wenn es körperliche Einschränkungen gibt

Wenn du Probleme mit Knien, Rücken oder Gleichgewicht hast, nicht lange stehen kannst oder eine bestimmte Haltung Schmerzen verursacht, sag mir das unbedingt.

Kein Foto ist eine Verletzung wert.

Viele Posen lassen sich problemlos anpassen oder durch andere Lösungen ersetzen, ohne dass die Bildwirkung darunter leidet.

Brille, Kontaktlinsen und Accessoires

Wenn du im Alltag eine Brille trägst und sie zu deinem Erscheinungsbild gehört, gibt es keinen Grund, sie automatisch abzunehmen.

Je nach Lichtsetzung kann eine Brille allerdings Reflexionen verursachen.

Oft reicht bereits eine kleine Veränderung der Position. Manchmal ist es sinnvoll, sie für einzelne Aufnahmen abzunehmen.

Wenn du mehrere Brillen besitzt, kannst du sie gerne mitbringen.

Dasselbe gilt für Schmuck, Uhren, Hüte, Handschuhe oder andere charakteristische Accessoires.

Bring Dinge mit, die für die Bilder Bedeutung haben können

Manchmal ist das beste Requisit nicht etwas, das der Fotograf vorbereitet, sondern etwas, das wirklich zu der fotografierten Person gehört.

Ein Instrument, ein Buch, ein Kleidungsstück, eine alte Kamera, ein Motorradhelm oder ein Gegenstand mit persönlicher Geschichte kann einem Bild einen völlig anderen Charakter geben.

Du musst dafür allerdings nicht die halbe Wohnung mitbringen.

Wenn du eine ungewöhnliche Idee oder ein spezielles Requisit hast, sprich es am besten vorher mit mir ab.

Bei sinnlichen Shootings, Akt und Teilakt

Bei intimeren Shootings lohnt es sich besonders, auf Abdrücke von Kleidung zu achten.

Enge Unterwäsche, Socken, Jeans oder BHs können noch längere Zeit sichtbare Spuren auf der Haut hinterlassen.

Wenn wir freie Haut fotografieren möchten, ist es daher sinnvoll, vor dem Shooting eher lockere Kleidung zu tragen.

Bring außerdem einen Bademantel, ein lockeres Hemd oder etwas Ähnliches mit, das du zwischen einzelnen Aufnahmen bequem tragen kannst.

Umfang und Grenzen des Shootings klären wir vorher gemeinsam.

Auch während des Shootings kannst du jederzeit sagen, dass du etwas nicht machen möchtest oder eine Idee verändern willst.

Bei Outdoor-Shootings

Zieh dich auch für die Zeit zwischen den Aufnahmen passend zum Wetter an.

Im Herbst oder Winter können wir für einzelne Bilder einige Minuten mit leichter Kleidung arbeiten. Zwischen den Serien solltest du aber etwas Warmes zur Verfügung haben.

Im Sommer lohnt es sich, Wasser und bei längerer Arbeit in der Sonne auch Sonnenschutz mitzunehmen.

Für Wege zwischen verschiedenen Locations sind bequeme Schuhe sinnvoll, selbst wenn du auf den eigentlichen Fotos andere Schuhe trägst.

Was solltest du mitbringen?

Je nach Art des Shootings können sinnvoll sein:

  • mehrere Kleidungsvarianten,
  • zusätzliche Schuhe,
  • passende Unterwäsche,
  • Bürste oder Kamm,
  • grundlegende Kosmetikprodukte für kleine Korrekturen,
  • Wasser,
  • ein kleiner Snack,
  • persönliche Accessoires,
  • eventuell Requisiten,
  • lockere Kleidung oder ein Bademantel bei Akt- oder Teilakt-Shootings.

Du musst natürlich nicht alles davon mitbringen.

Die konkrete Vorbereitung hängt immer von der Art des Shootings ab.

Und wenn ich nervös bin?

Auch das ist völlig normal.

Für die meisten Menschen gehört es nicht zum Alltag, vor einer professionellen Kamera zu stehen.

Ich erwarte deshalb nicht, dass du das Set betrittst und dich nach drei Sekunden wie ein professionelles Model bewegst.

Die ersten Minuten dienen auch dazu, sich an Kamera, Licht und unsere Arbeitsweise zu gewöhnen.

Du musst nichts beweisen.

Meine Aufgabe ist es, Bedingungen zu schaffen, in denen wir gemeinsam gute Bilder machen können.

Das Wichtigste: Komm als du selbst

Du kannst Kleidung, Haare, Make-up und Inspirationen vorbereiten.

Versuche aber nicht, für das Shooting plötzlich eine völlig andere Person zu werden – außer genau das ist Teil unserer künstlerischen Idee.

Die spannendsten Bilder entstehen oft dann, wenn die technischen Vorbereitungen erledigt sind und man sie vergessen kann.

Du musst weder posieren können noch wissen, wohin mit deinen Händen.

Dafür hast du einen Fotografen.

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