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Analoge Fotografie – eine Leidenschaft, die zum UNESCO-Erbe wurde.

Schwarz-Weiß-Porträt eines bärtigen Mannes, der in die Ferne schaut

Analoge Fotografie UNESCO-Kulturerbe

Daniel

Mit großer Freude und Stolz teile ich eine außergewöhnliche Nachricht – die analoge Fotografie wurde im Jahr 2025 offiziell in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Diese besondere Auszeichnung unterstreicht die immense Bedeutung traditioneller fotografischer Techniken für die Entwicklung von Kultur, Kunst und Geschichte unserer Zivilisation.

Für mich als Enthusiast der analogen Fotografie hat dieses Ereignis eine persönliche Dimension. Seit über fünf Jahren betreibe ich meine eigene Dunkelkammer, in der ich kontinuierlich meine Fähigkeiten weiterentwickle und mein Wissen sowohl in klassischen Techniken als auch in der Geschichte der Fotografie vertiefe. Die Arbeit mit lichtempfindlichem Material, das manuelle Entwickeln von Negativen und das Erstellen von Abzügen – all das gibt mir ein unvergleichliches Gefühl kreativer Befriedigung und eine Verbindung zur mehrgenerationenübergreifenden Tradition.

Analoge Fotografie ist nicht nur eine Technik – sie ist Kultur, Kunst und eine Art, die Welt zu betrachten. In Zeiten allgegenwärtiger Digitalisierung entdecken immer mehr Menschen die Magie des Films, die Eleganz der Emulsion und die Einzigartigkeit handgefertigter Abzüge neu. Es ist faszinierend, dass etwas so "Analoges" immer noch neue Generationen inspirieren kann und in der Welt der Kultur zunehmend Anerkennung findet.

Die Aufnahme der analogen Fotografie in die Liste des kulturellen Erbes der UNESCO betrachte ich als symbolische Ehrung für all jene, die über Jahre hinweg dieses Gebiet gepflegt und weiterentwickelt haben. Ich fühle mich geehrt, Teil davon zu sein und durch meine tägliche Arbeit – in der Dunkelkammer, mit der Kamera, mit Menschen – einen Beitrag zur Bewahrung dieses Erbes zu leisten.

1826

Blick aus dem Fenster in Le Gras - Erstes Foto der Welt

Die Geschichte der analogen Fotografie reicht bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Im Jahr 1826 fertigte Joseph Nicéphore Niépce das erste dauerhafte Foto an – "Blick aus dem Fenster in Le Gras" – mithilfe der Heliografie-Technik, die eine Belichtungszeit von mehreren Stunden erforderte. Einige Jahre später entwickelte Louis Daguerre die Daguerreotypie, und es folgten weitere bahnbrechende Erfindungen wie Henry Fox Talbots Papiernegativ oder etwas später das Nasskollodiumverfahren – eine Technik, die die damalige Fotografie dank ihrer außergewöhnlichen Schärfe und kürzeren Belichtungszeit revolutionierte.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die Fotografie dynamisch weiter – von Glasplatten über Rollfilme bis hin zu Kleinbildkameras, die die Zugänglichkeit und Beliebtheit dieser Ausdrucksform revolutionierten. Dunkelkammer-Techniken wie das Entwickeln in Chemikalien, Maskieren oder Doppelbelichtung wurden zu einer eigenen Kunstform.

Heute

Fußabdruck auf dem Mond - Symbol des Vermächtnisses der analogen Fotografie

In der heutigen Zeit erlebt die analoge Fotografie eine echte Wiedergeburt. Obwohl sie eine Zeit lang als „Relikt der Vergangenheit“ angesehen wurde, greifen immer mehr Kreative – sowohl Profis als auch Amateure – bewusst zu analogen Kameras aus ästhetischen, künstlerischen und philosophischen Gründen.

Es werden sowohl Kleinbild-Spiegelreflexkameras, Mittelformatkameras als auch historische Techniken wie Nassplattenverfahren, Cyanotypie, Gummidruck oder edle Techniken verwendet. Einige Künstler beschichten Glasplatten selbst mit lichtempfindlicher Emulsion und rekonstruieren die Prozesse des 19. Jahrhunderts, während andere mit modifizierten Kameras und eigenen Chemikalien experimentieren.

Für Laien wird die analoge Fotografie oft mit Film, schwarz-weißen Fotos, einer alten Kamera aus Opas Schrank und einer geheimnisvollen Dunkelkammer assoziiert, in der „etwas entwickelt wird“. Aber für eine wachsende Zahl von Menschen ist es auch eine Form der Entspannung, Kontakt mit der Materie und manchmal sogar ein Ritual.

Im Laufe der Jahre sind in den analogen Techniken einige der ikonischsten Fotografien der Geschichte entstanden:

  • Migrant Mother“ von Dorothea Lange – Symbol der großen Depression in den USA (1936),

  • Napalm-Mädchen“ von Nick Ut – eines der eindrucksvollsten Bilder des Vietnamkriegs (1972),

  • Afghanisches Mädchen“ von Steve McCurry – ein Porträt, das zum Symbol für das Schicksal der Flüchtlinge wurde (1984).

  • „Blue Marble“ – ein Foto der gesamten Erde, aufgenommen von der Apollo-17-Besatzung (1972)

  • „Tank Man“ / „Unbekannter Rebell“, Tiananmen-Platz – Dieses ikonische Foto zeigt einen unidentifizierten Mann, der allein eine Kolonne von Panzern auf dem Tiananmen-Platz in Peking blockiert. Jeff Widener (1989)

All diese Bilder verbindet eines – sie wurden auf Film aufgenommen und mit traditionellen Methoden entwickelt. Obwohl sich die Welt verändert hat, erzählt die analoge Fotografie weiterhin Geschichten – vielleicht weniger scharf als die digitalen, aber dafür voller Seele, Detail und Licht.

Ich, meine bescheidene Person.

Unten präsentiere ich ausgewählte analoge Fotos – Ergebnisse der Arbeit mit klassischen fotografischen Techniken. Alle Fotografien entstanden in der Dunkelkammer auf lichtempfindlichem Papier unter Verwendung traditioneller Prozesse wie der Vergrößerung vom Negativ und der Cyanotypie. Dies ist ein Ausdruck meiner Faszination für das analoge Medium, den manuellen kreativen Prozess und die einzigartige Ästhetik der alten Fotografie.

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