In meinem in Sinsheim realisierten Projekt „Porträt einer Heiligen“ setze ich mich visuell mit den unsichtbaren Barrieren auseinander, denen Frauen in unserer Gesellschaft begegnen. Es ist eine Studie über den sozialen Druck, der Frauen dazu zwingt, ihre Sexualität und Wünsche hinter dem Image der „anständigen Frau“ zu verbergen.
Sinsheim, gelegen im Herzen von Baden-Württemberg, bietet den perfekten Rahmen für diese Erzählung. Hier prallen traditionelle Erwartungen auf das moderne Bedürfnis nach Selbstbestimmung. Weibliche Sexualität wird oft als Bedrohung der sozialen Ordnung wahrgenommen und durch Tabus kontrolliert. In meinen Aufnahmen bricht die „Heilige“ aus diesem Käfig aus und entzieht sich der Stigmatisierung als „unmoralisch“ oder „zu emanzipiert“.
Dieser Druck betrifft Frauen in jeder Lebensphase. Mein Ziel als Fotograf ist es, durch die Normalisierung dieser Themen zur Heilung und Selbstakzeptanz beizutragen. Das Projekt in Sinsheim ist ein Plädoyer für eine Gesellschaft, in der Frauen die volle Kontrolle über ihre Intimität zurückgewinnen – frei von Bewertung und kulturellen Einschränkungen.
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